1870
Eduard SchüleGipswerke

Eduard (li) und Marie Schüle (re) geben ihre Gerberei in Esslingen auf und bauen die erste Gipsfabrik in Bad Cannstatt, Haldenstraße. Hier wird eine der ersten Dampfmaschinen in Stuttgart eingebaut - für den Transmissionsantrieb der Steinbrecher und Mahlaggregate.
1875
Gleichzeitig kaufen die Gründer landwirtschaftliche und gipshaltige Grundstücke in Bad Cannstatt und Untertürkheim, Gewann Kreutelstein und Herzogenberg als Rohstoffbasis für die Gipsproduktion. Der Rohstein wurde vom Steinbruch im Kreutelstein mit Pferdefuhrwerken in die Gipsmühle Bad Cannstatt, Haldenstraße transportiert und dort gebrannt und gemahlen. Der so hergestellte Baugips wurde durch Pferdefuhrwerke in Jutesäcken ausgefahren und als Rückfracht Gipssteine aus Untertürkheim in diese Gipsmühle gebracht.
1890
Gipsfabrik Kienbach

Es wurde eine zweite Gipsfabrik im Kienbach (heute Dinkelsbühler Sraße) in Bad Cannstatt gebaut. Diese Gipsfabrik war in der Nähe des Gipsvorkommens und somit musste der Gipsstein nicht mehr über eine relativ weite Entfernung transportiert werden.
1900
LKW

Die Pferdefuhrwerke wurden teilweise durch die ersten Lastkraftwagen ersetzt. Nach der Erfindung des Automobils hatte Schüle auch die ersten Lastkraftwagen in Stuttgart in Betrieb.
1910
Gipswerk Untertürkheim Eine dritte Gipsfabrik im Tal Untertürkheim wurde aufgrund der großen Nachfrage direkt an das Vorkommen gebaut. Diese Grundstücke ergaben später gute Weinlagen, heute u.a. für das Weingut Aldinger mit der wohlbekannten Lage „Gips“ und für das Weingut Wöhrwag.


Bruno Schüle Emil Sschüle Die beiden Söhne Bruno(li) und Emil Schüle(re) waren zu diesem Zeitpunkt schon mit im Betrieb tätig.
1915
Nach dem Tod von Eduard Schüle waren die Gebrüder Schüle für die Unternehmen verantwortlich. Bruno Schüle für den kaufmännischen Teil und Emil Schüle für den technischen Teil.


1920
Es wurden Grundstücke in Altingen bei Herrenberg gekauft und eine weitere Gipsfabrik gebaut, die das Gebiet Tübingen – Hohenzollern bis hinein in den Schwarzwald belieferte. Zu dieser Zeit wurde dann die Gipsfabrik Cannstatt, Haldenstraße stillgelegt.
1920 - 1950
Gipswerk Leonberg

Parallel hierzu hat Schüle verschiedene Beteiligungen erworben z.B. in Stuttgart Untertürkheim „Stuttgarter Gipsgeschäft“, Leonberg „Eppinger & Schüle, Gipswerk Roigheim „Schüle & Schnell, Gipswerk Ottendorf, Gipswerk Deißlingen, Gipswerk Entringen.
1960
Wurde durch Stiftungsgeschäft von Todes wegen die Satzung der Gips-Schüle-Stiftung errichtet, in der bestimmt wurde, dass das Vermögen der Geschwister Bruno, Julie und Berta Schüle nach deren Tod in die zu errichtende Stiftung eingebracht wird.
1965
Nach dem Tod von Julie Schüle wurde durch Anerkennungsbescheid des Re-gierungspräsidiums Stuttgart (16.11.65) die Stiftung rechtsfähig gegründet.
Zweck der Stiftung war zunächst „die Zuführung der Erträgnisse des Stiftungs-vermögens an die Betriebsangehörigen der Schüle-Betriebe“.

Zu diesem Zeitpunkt waren in den Schüle-Betrieben (ohne Beteiligungsge-sellschaften) ca. 200 Mitarbeiter beschäftigt.

Herr Bruno Schüle war ab diesem Zeitpunkt bis zu seinem Tod 1972 der 1. Vorstand der Gips-Schüle-Stiftung.
1974
Herr Joachim Reutter und Herr Erich Saup werden zum Vorstand berufen.
1979
Fortschreibung des Stiftungszweckes, er ist nun „der gesamten Wirtschaft des Landes, vor allem ihren kleinen und mittleren Unternehmen wissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere auf den Gebieten der Forschung und Entwicklung neuer Baustoffe und neuer Bauverfahren umweltverträglicher Art zur Verfügung zu stellen. Dabei soll sich die Stiftung, soweit möglich, bestehender gemeinnütziger Institutionen (z.B. Forschungsinstitute), bedienen und diese bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützen“.
Die Gips-Schüle-Stiftung schließt einen Kooperationsvertrag mit der Fraunhofer-Gesellschaft. Am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP wird die Gips-Schüle-Abteilung gegründet mit dem Ziel, die Ideen von Bruno Schüle und der Gips-Schüle-Stiftung zu verwirklichen.
1980
Herr ReutterEinrichtung eines Forschungsbeirats mit dem Fraunhofer IBP, welcher jährlich über die zu fördernden Projekte beschließt.

Nach dem Tod von Erich Saup wird Joachim Reutter zum alleinigen Vorstand ernannt.
1984
Das von der Stiftung finanzierte Gips-Schüle-Gebäude am Fraunhofer IBP ist fertig und wird von der Gips-Schüle-Abteilung bezogen.


1993
GSS Förderpreis
Auslobung des alle drei Jahre vergebenen Gips-Schüle-Förderpreises am Fraunhofer IBP.
2008
Herr Ducree Nach dem Ausscheiden von Herr Joachim Reutter nach 44 Dienstjahren in den Ruhestand, tritt Thomas Ducrée den Vorstandsposten an.
2010
Der Stiftungszweck wird neu ausgerichtet und konkretisiert. Die Stiftung hat den Zweck die Wissenschaft und Forschung zu fördern und
  1. der Wirtschaft in Deutschland, vor allem kleinen und mittleren Unternehmen, wirtschaftlich Erkenntnisse im Bereich der Bauphysik zur Verfügung zu stellen und
  2. auch andere wissenschaftliche Forschungsbereiche einzubeziehen und zu fördern sowie
  3. interdisziplinäre Forschungsprojekte zwischen Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften zu fördern